Wirtschaftsmediation

 

 Mediation in der Wirtschaft 


• Wo nützt die Wirtschaftsmediation?

In den Unternehmen sollen Menschen täglich in effizienter und effektiver Weise zusammenarbeiten. Durch das Zusammentreffen verschiedener Persönlichkeiten, Kulturen und Charaktere sowie deren Arbeitsweisen, Kommunikationsstile und Meinungen kommt es dabei (selbstverständlich) zu Missverständnisse und Meinungsverschiedenheiten in unterschiedlichen Streitpunkten und in vielfältigen Situationen, wie zum Beispiel

• zwischen Teams

• innerhalb eines Teams

• zwischen Kunden und Lieferanten

• zwischen Team und Führung

• im Familienbetrieb

• in Planungs- und Gestaltungsfragen.


Unternehmen wollen jedoch unnötige Konfliktkosten vermeiden oder zumindest senken.  Schätzungen gehen davon aus, dass alleine in deutschen Unternehmen jährliche Konfliktkosten in Höhe von zwei- oder sogar dreistelligen Milliardenbeträgen durch betrieblich verursachte Spannungen und Ängste entstehen (vgl. Moll/Dendorfer/Ponschab, Münchener Anwaltshandbuch Arbeitsrecht, C.H. Beck, 3. Aufl. 2012, § 82 Rn. 292 f. m.w.N.). 


• Wie teuer sind Konflikte für ein Unternehmen?

Eine erste umfassende Konfliktkostenstudie der KPMG, einem der führenden  Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen, in deutschen Industrieunternehmen 2009 hatte Reibungsverluste in Höhe von mehreren hunderttausend Euro bis hin zu mehreren Millionen Euro pro Unternehmen ergeben (vgl. KPMG-Konfliktkostenstudie 2009, abrufbar unter www.kpmg.de/WasWirTun/28652.htm).

Kommt es beispielsweise im Verlauf eines Konfliktes zur Kündigung eines Mitarbeiters mit einem Jahresgehalt von € 80.000, dann muss das Unternehmen in etwa den gleichen Betrag für die Neueinstellung und Einarbeitung eines Nachfolgers aufwenden. 

Krankheiten und Fehlzeiten, sowie kontraproduktives Verhalten lassen sich ebenfalls über die jeweilige Gehaltshöhe der involvierten Mitarbeiter abschätzen. Dazu kommen Kosten aus den anderen Dimensionen, wie arbeitsrechtliche Maßnahmen, entgangener Gewinn aus verlorenen oder nicht wahrgenommenen Projekten. Selbst bei einem mittelgroßen Unternehmen können hier innerhalb eines Jahres Kosten im hohen sechsstelligen Bereich entstehen. 

In einer weiteren Studie mit der Unternehmerschaft Düsseldorf 2012 vertieft die  KPMG das Thema und betrachtet genauer, welche Kosten konkret aus Konflikten entstehen und wie sie gelöst werden können. Abrufbar unter: https://assets.kpmg.com/content/dam/kpmg/pdf/2013/02/best-practice-konfliktkosten-management-2012-kpmg.pdf

Ein interessantes Praxisbeispiel zur Konfliktkostenberechnung aus der KPMG- Studie:

Es geht um einen Teamkonflikt mit Mobbing. Ein neuer Abteilungsleiter kommt ins Team, schon bald treten Spannungen zwischen ihm, seiner Stellvertretung und den Mitarbeitenden auf. Nach kurzer Zeit verlässt der erste Mitarbeiter das Unternehmen. Der Konflikt schwelt drei Jahre, ohne dass er konkret benannt wird. Schließlich verlässt der Abteilungsleiter das Unternehmen, die Einarbeitung der Nachfolge nimmt 6 Monate in Anspruch.  

Beteiligte Personen: 1 Abteilungsleiter (ca. 100.000 € / Jahr) + Team der Abteilung (ca. 500.000 € / Jahr)  

Kosten für Gesamtzeitraum:

Personenbezogen: Aus Fluktuation (40.000 € + 100.000 € durch die Aufhebung des Vertrages mit dem Abteilungsleiter), Krankheits- / Fehltage (7.500 €) sowie durch kontraproduktives Verhalten (150.000 €) entstehen knapp 300.000 €.

Auf die Leistung des Team bezogen entstehen u. a. Kosten für die Neugewinnung von Kunden (6.000 €), entgangene Erlöse (5.000 €) und Mängel bei der Projektarbeit (30.000 €) Kosten von etwa 41.000 €.

Zusätzliche Kosten für die Organisation entstehen durch Rechtsanwaltskosten für Konflikt mit Betriebsrat sowie Abfindung im Rahmen der Kündigung des Abteilungsleiters in Höhe von 95.000 €.

Die Gesamtkosten des Konflikts können so mit 436.000 € beziffert werden.

Für den vorliegenden Beispielfall wurde mit Hilfe einer externen Mediation interveniert. Die Kosten hierfür betrugen für 17,5 Tage Mediation 28.750 €.    

 

• Lösungsansätze zur Konfliktminimierung 

Wenn Konflikte und deren Lösung zur Weiterentwicklung sowohl der MitarbeiterInnen als auch des Unternehmens selbst dienen sollen, dann muss gezieltes Konfliktmanagement Teil der Unternehmenskultur werden. Hierzu gehört u. a., den offenen Umgang mit schwierigen Situationen zu unterstützen und innerhalb der Organisation Strukturen anzubieten, die von den Mitarbeitern genutzt werden können, wie  z.B. unternehmensinterne Konfliktanlaufstellen oder ein Ombudsmann bzw. - frau als Vertrauensperson.

Auch die Mediation ist eine nachhaltige Methode der Konfliktlösung, weil sie Möglichkeiten bietet, Konsens und Lösungen ohne Verlierer zu finden und den Blick in die Zukunft zu richten.

Dabei erarbeiten die Konfliktparteien selbst eine für alle Beteiligten vorteilhafte, individuelle Lösung. Das macht die Mediation zudem zu einer äußerst nachhaltigen Methode.


• Vorteile der Mediation in der Wirtschaft im Überblick

Wirtschaftlichkeit: Das Verfahren ist ressourcenschonend. Die Kosten sind kalkulierbar.

Zuverlässigkeit: die Partner stehen hinter ihren Lösungen, sie schließen eine rechtsverbindliche Vereinbarung

Konsens: die Lösung orientiert sich an den Bedürfnissen aller. Keiner gewinnt auf Kosten des anderen.

Individualität: Inhalt und Ablauf des Verfahrens werden von den Beteiligten selbst bestimmt. Sie nehmen sich genau so viel Zeit, wie sie brauchen.

Vertraulichkeit: die Mediatorin ist zur Vertraulichkeit verpflichtet. Die Öffentlichkeit ist ausgeschlossen.

Der Mediator/ die Mediatorin unterstützt sie dabei als eine neutrale und unparteiische Person, die den Prozess organisiert und strukturiert. Eigene Entscheidungsbefugnisse besitzen Mediatorinnen und Mediatoren nicht.


• Warum iKult? 


• Langjährige Erfahrung in Führungspositionen in der Wirtschaft

-  in Deutschland: 7 Jahre in der Textilindustrie als Direktrice und als Filialleitung

-  im Ausland: 10 Jahre Mitinhaberin einer Produktion im Lebensmittelsektor in der Türkei


• Langjährige Erfahrung im interkulturellen Kontext

- als Seminarleiterin und Teamerin für interkulturelle Kompetenz

- als Beraterin und Referentin für interkulturelle Öffnungsprozesse und Organisationsentwicklung

- als zugelassene Heilpraktikerin für Psychotherapie

- als Mediatorin (univ.) mit Spezialgebiet Interkulturelle Mediation (NEU)