Interkulturelle Kompetenz

 

Wo haben Sie damit zu tun?

Über Globalisierung, Integration und Veränderungsprozesse

Die Globalisierung ist in vollem Gang: Nachrichten ereilen uns in Echtzeit, dank revolutionärer  Kommunikations- und Informationstechnologien, wie twitter, Facebook und Live-Streaming.

Daraus hat sich in den letzten Jahren eine stabile und regelmäßige Interaktion verschiedener Unternehmen, Einrichtungen und Organisationen über nationale Grenzen hinweg entwickelt, die als Transnationalisierung bezeichnet wird.

Dies hat den Prozess der sogenannte Internationalisierung in Gang gesetzt. Diese berührt uns auf allen Ebenen direkt und indirekt:

  • Auf staatlicher Ebene, zum Beispiel durch die Politik der EU oder durch Gesetze wie dem Integrationsgesetz, das seit August 2016 in Kraft getreten ist und Unternehmen ermöglicht, Geflüchtete und Asylbewerber*innen für die Zeit der Ausbildung zu beschäftigen.
  • Auf Unternehmensebene, indem diese im Ausland investieren oder ihre Leistungen und Angebote an den lokalen multikulturellen Markt anpassen (z. B. Italienische Wochen bei Aldi)
  • Auf der Ebene der Einzelpersonen, indem wir dabei sind, mit diesen veränderten Gegebenheiten mit allen Chancen und Risiken zu arbeiten und zu leben.

Damit Sie in einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft beruflich, wie privat gut leben und auskommen können, brauchen Sie interkulturelle Kompetenzen.

Wer braucht überhaupt interkulturelle Kompetenz?

Vielleicht haben auch Sie sich diese Frage schon gestellt; im professionellen Kontext, weil Sie auf internationalen Märkten agieren wollen oder sich in der Arbeit mit Menschen aus anderen Kulturkreisen engagieren, oder im privaten Bereich, weil Sie sich weiterbilden wollen.

Vermutlich fragen Sie sich manchmal, welche Gründe es gibt, weshalb sich Ihr Gegenüber so anders verhält, als Sie es kennen und erwarten; bei der Entscheidungsfindung, den Meetings, dem Marketing der Produkte oder im Projektmanagement?

Es geht jedoch nicht nur darum, besser zu verstehen, warum Menschen sich auf eine bestimmte Art verhalten, sich z. B. verneigen oder den Blick senken, eher zurückhaltend sind. statt fordernd.
 
Es geht vor allem darum, uns selbst besser zu verstehen: wie beeinflusst mich der kulturelle Hintergrund einer Person, was erwarte ich, was macht die Art der Kommunikation der anderen Person mit mir? Welche Haltung ist gut und richtig für mich, um sicher und gelassen mit Menschen umzugehen, die andere Werte haben als ich?
 
Ein Beispiel: der Umgang mit Ja und Nein in unterschiedlichen Kulturen: Bekannt ist, dass es verschiedene  Arten gibt, sich einander mitzuteilen; und hierbei geht es um weit mehr als nur um das gesprochene Wort Nein, no, non, hayir, „Não“, „Нет“, Deshalb lohnt es sich, zwei Kommunikationsstile genauer anzusehen: die direkte  und die indirekte Kommunikation. Ja und nein in verschiedenen Kulturen.
 

Was hab ich ganz direkt von interkulturellen Kompetenzen?
 

Stellen wir uns eine andere Kultur wie einen Eisberg vorn ähnlich dem Eisbergmodell, das wir aus der Kommunikationslehre kennen:  ein guter Teil des Eisberg einer Kultur ist über der Wasseroberfläche: wir hören die Sprache, sehen das Verhalten der Menschen, können uns über die Geschichte einer Kultur/eines Landes informieren, nehmen die besonderen Sitten und Gebräuche wahr. Dies alles geschieht auf einer bewussten Ebene.
 
Was aber unter der Wasseroberfläche verborgen bleibt und zumeist ganz unbewusst für die Mitglieder einer Gesellschaft gilt, sind die Werte und Normen einer Kultur, ihre Annahmen und Mythen, die Denkweisen und ihre besonderen Weltanschauungen. Diese beeinflussen maßgeblich die Art und Weise, wie Menschen aufeinander zugehen und miteinander in eine Kommunikation treten. Sind diese versteckten Dinge nicht bekannt, kommt es zu Irritationen und oft auch Konflikten.
 
Wenn sie aber gegenseitig bekannt sind, werden Irritationen erklärbar und man nimmt sie nicht mehr persönlich. Kostbare Zeit und Kraft können – statt Missverständnisse aufklären zu müssen, direkt in die gemeinsamen Ziele und in ein gutes (Arbeits-) Verhältnis investiert werden. Das ist ein direkter Vorteil interkultureller Kompetenz!
 

Was genau sind interkulturelle Kompetenzen?

Kurz zusammengefasst, sind interkulturellen Kompetenzen diejenigen Fähigkeiten, mit deren Hilfe es uns möglich wird, mit Menschen aus anderen Kulturen erfolgreich zu kommunizieren und umzugehen, auch wenn sie vollkommen anders als wir wahrnehmen, denken, fühlen und handeln. 
 
Das Konzept der komplexen interkulturellen Kompetenzen fußt auf der persönlichen Haltung: sie erfordert Einstellungen wie zum Beispiel Respekt gegenüber anderen und der kulturellen Vielfalt, Verzicht auf Urteile bei der Bewertung anderer Kulturen, Risikobereitschaft, Offenheit, Neugier und Entdeckungswille.

Nun aber Butter bei die Fische: Welche Kompetenzen sind das nun genau, und wie viel hab ich davon?
 

Wie mache ich mehr aus meinen interkulturellen Kompetenzen?
 

Ist jemand automatisch interkulturell kompetent, wenn er oder sie im Ausland geboren ist? Und kann auch jemand interkulturell kompetent sein, der immer nur in dem ein und demselben Land zu Hause war? Ja, eigene Migrationserfahrung  und das Wissen um die Kultur der Eltern, die  vor langer Zeit aus einem anderen Land eingewandert sind, sind unschätzbare  Ressourcen und ein großer persönlicher Erfahrungsschatz.
 
Jedoch sind sie noch nicht alles. Wichtig ist, dass Menschen mit diesen Erfahrungen reflektiert und professionell, neugierig und offen umgehen.
 
An dieser Stelle begegnen sich wieder Menschen mit und ohne sogenanntem Migrationshintergrund auf Augenhöhe: wenn es darum geht, im Rahmen von interkulturellen Lernprozessen folgendes zu erfahren:

  • Toleranz angesichts unterschiedlicher Wertewelten und Lebenszielen
  • Die Fähigkeit, die eigene Kultur, Stereotypen und Vorurteile zu domtieren (reflektieren..)
  • Das Aushalten von völlig unterschiedlichen Auffassungen und das Wissen, dass beides wertfrei nebeneinander stehen kann
  • Methoden und Fähigkeiten, um mit interkulturellen und interreligiösen Konflikten umzugehen
  • Mehr Wissen zu den Ursachen und Folgen von Migration sowie zu den komplexen Prozessen von Integration

Das können Sie, nachdem Sie sich bei Ikult weitergebildet haben. Kontaktieren Sie mich.